KG ist eine Klasse für sich
Ringen, Oberliga: AC Röhlingen unterliegt der KG Fachsenfeld/Dewangen mit 3:33 – Pfisterer schultert Pfisterer
Es war die höchste Saisonniederlage für den AC Röhlingen, und die höchste gegen die KG in sechs gemeinsamen Oberligajahren: Mit 33:3 triumphierte die KG Fachsenfeld/Dewangen in Röhlingen.
„Die Röhlinger hatten den Kampf wohl schon abgehakt“, sagte KG-Trainer Antonie Iannaccone. Denn gegen sein KG-Team, das sich in dieser Saison den Status der Übermannschaft mit 16 Siegen aus 16 Kämpfen redlich verdient hat, war für den Tabellenletzten Röhlingen nach menschlichem Ermessen nichts zu holen. Zumal die KG mit einer starken Aufstellung nach Röhlingen gekommen war. „Wir wollen uns nichts nachsagen lassen: Jetzt vom Gas zu gehen, das wäre Wettbewerbsverzerrung“, sagte Jens Scholz, der sportliche Leiter der KG.
Mit der stärksten möglichen Aufstellung konnte der AC nicht dienen: Die Ungarn Laszlo Kliment und Juszup Nunajev waren verhindert, Peter Mayer, der sich vor einer Woche den kleiner Finger ausgekugelt hatte, wurde geschont. „Dann war das Debakel perfekt“, sagte AC-Trainer Bernd Rettenmaier schicksalsergeben.
Schon der Auftakt ging für Röhlingen gründlich daneben. Der 17 Jahre alte Christian Pfisterer revanchierte sich beim Röhlinger Siegringer Ralf Pfisterer für die im Hinkampf erlittene Schulterniederlage, und er zahlte in gleicher Münze zurück: In der dritten Runde, nach der angeordneten Bodenlage, konterte der KG-Ringer entscheidend, als Ralf Pfisterer einen Wurf nicht vollenden konnte. Der erst 16 Jahre alte Holger Fingerle setzte im zweiten Kampf (120 Freistil), nachdem er zweieinhalb Runden lang marschiert war, den nächsten Schultersieg drauf. Es stand also 0:8 aus Sicht der Gastgeber nach zwei Kämpfen, und es wurde nicht mehr besser.
David Gérnyi holte den einen Sieg für Röhlingen – und die einzigen Punkte. Den einzigen offenen Schlagabtausch über fünf Runden boten sich im 96er greco Gerhard Wolf und Anton Schneider. Wolf konnte zwei Runden für sich entscheiden, aber die flossen nicht in die Gesamtrechnung mit ein, weil Schneider mit drei durch nichttechnische Wertungen gewonnene Runden siegte, 1:0 also.
Das häufigste Ergebnis des Abends hieß 4:0, in acht von zehn Kämpfen gewannen die Gäste überlegen. Es war beeindruckend, wie siegeshungrig die KG-Ringer um jeden möglichen Punkt kämpften, auch als sie den Gesamtsieg schon längst in der Tasche hatten. „Meine Leute sind unheimlich motiviert, da muss man als Trainer gar nichts mehr machen“, sagte KG-Trainer Iannaccone.
Neun von zehn Ringern, die die KG in Röhlingen auf die Matte schickte, sind 20 Jahre alt oder jünger. Und dennoch scheint das Team reif für die Regionalliga. „Die können dort im Mittelfeld mitringen“, sagte Werner Stock, der ehemalige Vorsitzende des AC Röhlingen anerkennend. Und auch Jens Scholz ist optimistisch: „Mit dieser jungen Truppe sind wir für die nächsten Jahre gut aufgestellt.“


